Prof. Dr. Oliver Weidlich verstärkt Team des Nationalen Geoparks Porphyrland

Der Nationale Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen e.V. setzt verstärkt auf wissenschaftliche Exzellenz in der Themenvermittlung. Seit November 2025 bereichert der erfahrene Geologe Prof. Dr. Oliver Weidlich aus Kassel das Team in der Geopark-Geschäftsstelle. Als Verantwortlicher für das Umsetzungsmanagement Geotopschutz schlägt er die Brücke zwischen internationaler Spitzenforschung und regionaler Erlebbarkeit.

Weg ins Steinreich

Bevor Oliver Weidlich seinen Weg in den Geopark Porphyrland fand, wirkte er über viele Jahre in der universitären Lehre und Industrie. Stationen waren unter anderem der Geopark GrenzWelten in Korbach/Hessen, die TU Berlin, GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Hamburg, England und Oman. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Sedimentologie und Paläontologie.

Oliver Weidlich gilt als ausgewiesener Experte für marine Ökosysteme der Erdgeschichte. Seine Forschungsreisen führten ihn unter anderem in das Oman-Gebirge und die Alpen, wo er die Entstehung antiker Riffsysteme und die Auswirkungen globaler Umweltkrisen untersuchte. In Fachkreisen ist er durch zahlreiche Publikationen zu Themen wie der Evolution permischer Riffe und Massenaussterbe-Ereignissen bekannt. Dieses tiefe Verständnis für Gesteinsgenese und Landschaftsdynamik bringt er nun in die Qualifizierung der Geopark-Porphyrland-Geotope ein.

Zur Motivation, seine Expertise dem Geopark Porphyrland zur Verfügung zu stellen, sagt Weidlich: „Mir ist wichtig, daß Menschen sich für das Phänomen Klimawandel interessieren, ohne Angst zu haben.“ Während seines 18-monatigen Wirkens für den Geopark verfolge er grundsätzlich das Ziel, sich auch für Pflastersteine zu interessieren: „Sie haben viel mitzuteilen und sollten nicht nur mit Füßen getreten werden.“

Qualitätssicherung im Geotopschutz

In seiner neuen Rolle widmet sich der Fachexperte der systematischen Erfassung und Qualifizierung herausragender Geopark-Geotope. Ziel ist es, die wertvollen Fenster in die Erdgeschichte nicht nur fachgerecht zu dokumentieren, sondern sie durch eine moderne, verständliche Beschilderung für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar zu machen: „Mein Wunsch ist es, die wissenschaftliche Bedeutung unserer Geotope so zu übersetzen, dass jeder Wanderer die faszinierende Geschichte des sächsischen Supervulkans unter seinen Füßen nachempfinden kann.“
Dabei möchte Oliver Weidlich moderne Ansätze zu Herausforderungen, die ihm hinsichtlich Zugänglichkeit, Sichtbarkeit oder auch Verständlichkeit seiner Schwerpunktthemen begegnen, finden.

Wandererlebnisse neu gedacht: Drei Wege rund um Grimma

Herzstück der aktuellen Arbeit ist die Aufwertung der touristischen Infrastruktur rund um Grimma. Oliver Weidlich koordiniert derzeit die Neugestaltung und Beschilderung dreier thematischer Routen, die Geologie und Kultur auf einzigartige Weise verknüpfen: Der „Weg der Steine“ verbindet zukünftig die Arbeit mit dem Rohstoff Stein sowie künstlerische Skulpturen am Wegesrand.
Der „Weg der Weisen“ wird eine Route, auf welcher geologische Phänomene und deren Wahrnehmung im Kontext zu historischen Persönlichkeiten wie bspw. Wilhelm Ostwald stehen. Der „Weg des Wassers“ thematisiert die prägende Kraft der Mulde, die sowohl landschaftsformend als auch zerstörend wirkt.

Referent im niederländischen Apeldoorn

Oliver Weidlich nahm als Vertreter des Geoparks Porphyrland vom 25. bis 26. Februar am HERITION Project im niederländischen Apeldoorn teil. Dort hielt er einen Vortrag im Rahmen des Themas „Conflict between nature conservation & heritage development“. Auf Einladung des Leipziger Aufbauwerkes wurde der Geopark Porphyrland als Best Practice Beispiel angeführt und um Fachexpertise gebeten. Oliver Weidlich brachte folgende Erfahrungen und Eindrücke von der Konferenz in den Niederlanden mit: „Von den Holländern konnte ich viel lernen, da sie unkompliziert sind und pragmatisch an Lösungen arbeiten“.

Mitwirken bei aktueller ZNL-Ausbildung der neuen GeoRanger-Generation

Neben seinem Wirken im Geotopschutz und der GeoRouten-Entwicklung unterstützt Geologe Weidlich die aktuell laufende GeoRanger-Ausbildung. Die Fortbildung zum zertifzierten Natur- und Landschaftsführer (ZNL) ist ein Projekt der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt in Kooperation mit den Geoparks Porphyrland und Sachsens Mitte. Oliver Weidlich wird mit seiner inhaltlichen Fachexpertise das 4. Ausbildungsmodul Anfang März am Geoportal Röcknitz begleiten: „Ich habe großen Respekt vor Menschen, die sich in der Freizeit ehrenamtlich aktiv sind und freue mich, die künftigen GeoRanger persönlich kennenzulernen.“

(c) Foto: Geopark Porphyrland / Lioba Buchholz

Kofinaziert durch die Europäische Union.