Supervulkane entdecken: Experimentieren im Park 2026 im Geopark Porphyrland
Im Juni 2026 verwandelt sich der Wilhelm Ostwald Park in Großbothen in ein riesiges Freiluftlabor. Junge Naturforscher machen hier die Geheimnisse unserer Erde greifbar. Die Gerda und Klaus Tschira Stiftung initiiert die traditionsreiche Veranstaltung „Experimentieren im Park“ bereits seit 2017. Auch im Jahr 2026 steht die faszinierende Geologie Sachsens im Rampenlicht. Am 2. und 3. Juni bietet das Event eine professionelle Plattform für naturwissenschaftliche Bildung im frühkindlichen Bereich. Das Projekt verfolgt ein klares Ziel: Es fördert den natürlichen Forscherdrang und verankert das Verständnis für die Erdgeschichte fest im Vor- und Grundschulalter.
Geologische Zeitreisen und die Kraft der Plattentektonik
Die diesjährigen Geopark-Stationen rücken die feurige Entstehungsgeschichte der Region in den Fokus. Am Dienstag, den 2. Juni, konzentrieren sich die Aktivitäten an den Stationen 7 und 8 auf die physikalische Dynamik unseres Planeten. Teilnehmende rekonstruieren mithilfe des Pangäa-Puzzles die Drift der Kontinente. Ein anschauliches Kochtopf-Experiment veranschaulicht zudem das Prinzip der Plattentektonik. Dabei vergleichen die Kinder die Bewegungen der Erdplatten auf dem heißen Erdmantel mit thermischen Vorgängen in einem Topf.
Ein besonderes Highlight bildet die Arbeit mit der Caldera-Box. Dieses Modell simuliert präzise den Einsturz einer Magmakammer nach einem gewaltigen Vulkanausbruch. So begreifen die jungen Forscher die gigantischen Dimensionen der Rochlitz- und Wurzen-Calderen. Diese Supervulkane prägten vor rund 300 Millionen Jahren maßgeblich das Gesicht des heutigen Geoparks. Die wissenschaftliche Untersuchung setzt sich an modernen Mikroskopen fort. Als Gesteinsdetektive analysieren die Kinder echte Fundstücke aus der Region. Digitale Mikroskope und Handlupen helfen dabei, Lava, Magma und vulkanische Asche zu unterscheiden. Schritt für Schritt entschlüsseln sie die mineralische Zusammensetzung des heimischen Porphyrs.
MINT-Förderung: Vorbilder in der Forschung
Neben geologischen Fakten beleuchtet die Veranstaltung die soziale Dimension der Wissenschaft. Um den „Dream Gap“ zu überwinden, rücken die Biografien bedeutender Forscherinnen in den Blickpunkt. Katia Krafft und Marie Tharp dienen hier als starke Vorbilder. Ihre Lebenswege zeigen: Abenteuer- und MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) stehen allen Menschen offen. Die Gestaltung eigener Buttons mit Forschungsmotiven bietet einen kreativen Zugang zu dieser Thematik.
Am Mittwoch, den 3. Juni 2026, setzt sich das Programm an Station 9 fort. Das Geoportal Porphyrhaus Rochlitz präsentiert das Thema „Steinalt und Steinreich“. Dieser Teil vertieft das Wissen über den Rochlitzer Porphyrtuff. Da dieses Gestein als „Stein des Jahres“ und UNESCO-Welterbe-Kandidat gilt, besitzt es eine herausragende Bedeutung für die gesamte Region.
Kooperation und pädagogische Begleitung im Wilhelm Ostwald Park
Die fachgerechte Durchführung der Stationen basiert auf der engen Kooperation zwischen dem Geopark Porphyrland, dem Wilhelm Ostwald Park und regionalen Bildungseinrichtungen. Erfahrene GeoRangerinnen wie Kerstin Helbig, Anja Schwulst und Franziska Oschatz sowie die Bildungsreferentin Rebecca Löffler gewährleisten eine hohe Qualität der Wissensvermittlung.
Die Veranstaltung öffnet jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr (Mittagspause 12:00 bis 12:45 Uhr). Der Wilhelm Ostwald Park bietet mit seiner Kombination aus Architektur und Natur den idealen Rahmen für diesen Bildungstag. Das Angebot richtet sich an Kindertagesstätten, Grundschulklassen sowie Familien und Großeltern. Dank der Unterstützung der Gerda und Klaus Tschira Stiftung bleibt der Zugang zur naturwissenschaftlichen Bildung kostenfrei. Dies weckt nachhaltiges Interesse an der Erdgeschichte des Geoparks Porphyrland.
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