Starke Allianz für die Erdgeschichte

Die Erforschung des sächsischen Urzeit-Vulkanismus gewinnt maßgeblich an Dynamik. Mit der Unterzeichnung einer wegweisenden Kooperationsvereinbarung besiegelten das Museum für Naturkunde Chemnitz und der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen e.V. eine tiefgreifende Partnerschaft. Im Fokus dieser Zusammenarbeit steht der intensive Austausch von geowissenschaftlichen Kompetenzen, aktuellen Forschungsergebnissen, Publikationen und Präsentationsmitteln. Gemeinsam durchleuchten die Akteure die gewaltigen vulkanischen Prozesse und die faszinierende Naturlandschaft des Perms. Zudem bündeln beide Institutionen ihre Kräfte im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, um bestehende Angebote strategisch weiterzuentwickeln.

Chemnitz veranschaulicht das Ökosystem vor 291 Millionen Jahren

Das Museum für Naturkunde Chemnitz genießt weltweit einen hervorragenden Ruf für die Präsentation spektakulärer Fossilfunde. Vor rund 291 Millionen Jahren begrub und konservierte ein verheerender Vulkanausbruch die damalige Tier- und Pflanzenwelt. Diese weltberühmte Fossillagerstätte, bekannt als „Versteinerter Wald Chemnitz“, liefert der Wissenschaft seit Jahrhunderten Forschungsmaterial in einer einzigartigen Erhaltungsqualität.

Dank der seit 2008 kontinuierlich laufenden wissenschaftlichen Grabungen gelingt es den Forschern nach und nach, das gesamte Ökosystem des Perms detailgetreu zu rekonstruieren. Die Untersuchungen zeigen präzise auf, welche Organismen damals die Erde bevölkerten und wie heutige Arten mit ihnen verwandt sind. Die steinerne Hinterlassenschaft dieses urzeitlichen Vulkans – der Hilbersdorfer Porphyr – verbindet Chemnitz direkt mit dem Geopark. Ähnlich wie der berühmte Rochlitzer Porphyrtuff prägt dieser begehrte Werkstein bis heute das historische Gesicht zahlreicher Gebäude in der Region.

Perfekte Synergien im westsächsischen Vulkanitkomplex

Die beiden Partnereinrichtungen teilen nicht nur die Leidenschaft für denselben Abschnitt der Erdgeschichte, sondern ergänzen sich auch inhaltlich auf ideale Weise. Während das Chemnitzer Museum vornehmlich die Lebewelt rund um die Vulkane erforscht, konzentriert sich der Geopark Porphyrland auf die physikalischen Prozesse des Vulkanismus sowie auf dessen Gesteinsprodukte. Um diese Synergien zu nutzen, laufen die Planungen für gemeinsame Ausstellungen, Events und Fachveröffentlichungen zum westsächsischen Vulkanitkomplex auf Hochtouren. Das wissenschaftliche Fundament hierfür bilden gemeinsame Forschungen zum strukturgeologischen Zusammenhang und zur Altersbestimmung des permischen Vulkanismus.

Ein besonderer Schwerpunkt der Kooperation liegt auf dem „Versteinerten See Börtewitz“, der bisher einzigen Fossilfundstelle innerhalb des Geoparks Porphyrland. Die dort entdeckten Relikte von Pflanzen, Fischen, Wirbellosen und Amphibien dokumentieren eindrucksvoll die verschiedenen Entwicklungsphasen des urzeitlichen Gewässers sowie dessen mehrfache Auslöschung durch vulkanische Ascheschichten. Einige dieser wertvollen Fundstücke bereichern bereits die Sammlungen im Naturkundemuseum Chemnitz.

Drei Säulen für die Zukunft: Geotopschutz, Pädagogik und Tourismus

Über die reine Forschung hinaus erstreckt sich die Partnerschaft auf drei wesentliche Säulen der Regionalentwicklung:

  • Geotopschutz: Experten überarbeiten bestehende Informationstafeln an geologischen Highlights und konzipieren neue, wissenschaftlich fundierte Schautafeln.

  • Pädagogik: Gemeinsam entstehen moderne, fächerübergreifende Exkursionsangebote, die die Georouten im Geopark geschickt mit den Ausstellungsräumen des Museums verknüpfen.

  • Geotourismus: Durch gegenseitige Bewerbung der fachlich ergänzenden Inhalte steigern beide Institutionen ihre überregionale Attraktivität für Tagestouristen und Fachbesucher gleichermaßen.

Eine Reise in die Erdgeschichte » Museum für Naturkunde Chemnitz


unterzeichneten den Kooperationsvertrag: Prof. Dr. Ronny Rößler, Direktor des Museums für Naturkunde (links im Bild) und Dr. Kurt Uwe Andrich, stellvertretender Präsident des Geoparks Porphyrland (rechts im Bild)
Foto: Klaus Arweiler