„Alles kommt vom Berg her“: Sächsische Geoparks gestalten parlamentarischen Abend in Dresden
Unter dem Leitgedanken „Alles kommt vom Berg her“ veranstaltete das Netzwerk Sächsische Geoparks am 15. September 2026 einen Parlamentarischen Abend im sächsischen Landtag. Im Restaurant „Chiaveri“ kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus zusammen, um über die Schlüsselrolle der Geoparks für die Regionalentwicklung, Bildung, Rohstoffakzeptanz und Umweltbewahrung zu diskutieren.
Als einer von vier sächsischen Geoparks – neben dem UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen sowie den Nationalen Geoparks Sachsens Mitte und Vogtland – unterstrich der Geopark Porphyrland die Notwendigkeit einer nachhaltigen und gesicherten Struktur für die regionale Arbeit vor Ort.
Die Stimmen des Parlamentarischen Abends: Warum Geoparks unverzichtbar sind
Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion beleuchteten Experten die vielschichtige Bedeutung der Geopark-Arbeit für Sachsen:
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Henry Graichen (Landrat des Landkreises Leipzig):
„Das Thema Geopark ist in unserem Marketingplan verankert. Es geht darum, geo-kulturelle Brücken in den ländlichen Raum zu schaffen. Radrouten und Wanderwege entstehen, die Vermarktung regionaler Produkte wird angekurbelt. Wir erreichen eine Grundakzeptanz in der Region für den Bergbau, wenn die Wertschöpfung sichtbar wird. Ohne das Wirken der GeoRanger fehlte ein Baustein zur Akzeptanz – dafür braucht es ein dauerhaftes, verlässliches Fundament.“
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Katrin Kleeberg (Fachbereichsleiterin Geologie, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie):
„Geoparks erlauben den Blick in die Erdgeschichte und machen die geologischen Besonderheiten erlebbar. Sie schaffen die Verbindung zwischen Landschaft, Kulturgeschichte und thematischer Komplexität. Rohstoffe und Gesteine sorgen in alten Städten für kulturgeschichtliche Identität. Zudem rücken neue Rohstoffketten wie die Geothermie als ‚Bodenschatz‘ verstärkt in den Fokus.“
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Cord Panning (Geschäftsführer der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“):
„Geoparks sind die geeignete Klammer, die gleiche Geschichte aus unterschiedlicher Perspektive zu erzählen. Sie bieten einen niederschwelligen Einstieg in Erdgeschichte, Kultur, Identität und Rohstoffbewusstsein. Die ideelle Wirkung darf nicht unterschätzt werden – und das über Grenzen hinweg. Das ist wirklich wichtig, denn Grenzen sind schlafende Bestien.“
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Dirk Weißbach (Teamleiter beim Landestourismusverband Sachsen e.V.):
„Geoparks wirken auf die touristische Entwicklung, die Qualität der Angebote und die Infrastruktur ein. Sie haben eine Drehkreuzfunktion für ländliche Räume und bieten das Potenzial, Wissen und Forschung in den Alltag zu transportieren. Wir müssen Sachsen auf eine gemeinsame Flughöhe bringen und die Inhalte noch stärker zum Erlebnis machen.“
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Bert Vulpius (Geschäftsführer des Unternehmerverbandes mineralische Baustoffe e.V. – UVMB):
„Geoparks bilden die Brücke zur modernen Rohstoffkette. Sie klären über Gewinnung und Verarbeitung auf und geben Rohstoffen ein Gesicht. Ohne Gestein funktioniert die Wirtschaft nicht. Wichtig ist auch: Frühere Abbaustätten sind heute Hotspots der Biodiversität. Die Kompetenz der Geoparks und GeoRanger schafft Transparenz und Akzeptanz in der Bevölkerung.“
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Philipp Büttner (Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourconectechnologie):
„Alles kommt vom Bergwerk her. Es braucht das Bewusstsein, woher Rohstoffe kommen. Geoparks übersetzen diese komplexen Themen, schaffen Interesse für den Bergbau und helfen im besten Fall dabei, künftige Fachkräfte für den Rohstoffbereich zu gewinnen.“
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Thomas Pöge (Präsident des Geoparks Porphyrland und Bürgermeister der Gemeinde Thallwitz):
„Unsere Arbeit ist basisgetragen, hängt aktuell aber stark an unsicheren Förderprogrammen wie LEADER. Ohne verlässliche Finanzierung geraten wir personell an unsere Grenzen. Wir fordern daher, dass sächsische Geoparks – wie in anderen Bundesländern üblich – fest in die Landesentwicklung eingebunden werden. Die vier sächsischen Geoparks sind wie die vier Musketiere: Gemeinsam schaffen wir mehr!“
Perspektiven für die Zukunft
Neben der Podiumsdiskussion präsentierte der Geopark Porphyrland digitale Porträts seiner engagierten GeoRanger:innen als wichtige Botschafter der Region. An einem FotoSpot konnten die Abgeordneten symbolisch selbst in die Rolle eines GeoRangers schlüpfen.
Der Parlamentarische Abend zeigte deutlich: Um Bildung, Geotourismus und Rohstoffbewusstsein in Sachsen langfristig zu sichern, braucht das Netzwerk Sächsische Geoparks eine verlässliche gesetzliche und finanzielle Verankerung auf Landesebene.
(c) Foto: Trutschler / meeco Communication Services GmbH

