Wege zur regionalen Nachhaltigkeit: Prof. Dr. Peter Adolphi in Grimma

Regionale Nachhaltigkeit: Am 30. Januar 2020 lud die Stadt Grimma gemeinsam mit dem Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. zu einer besonderen Abendveranstaltung ins Rathaus ein. Im Rahmen der Ausbildungs- und Studienmesse trafen sich zahlreiche Unternehmensvertreter und Aussteller zum fachlichen Austausch. Den inspirierenden Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Peter Adolphi von der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern (ANE). Als Partner des Geoparks im EU-Projekt ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas) beleuchtete er ein brennendes Thema: „Chancen und Herausforderungen von regionaler Nachhaltigkeit“.

Die Agenda 2030 als globaler Kompass

Professor Adolphi schlug zu Beginn den Bogen zur großen Weltpolitik. Im Jahr 2015 unterzeichneten alle 193 UN-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030. Damit verpflichteten sie sich zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Doch wie bricht man diese gewaltigen Ziele auf die lokale Ebene herunter? Adolphi betonte eindringlich die Größe dieser Herausforderung. Er verknüpfte in seinen Ausführungen geschickt rationale wissenschaftliche Fakten mit der emotionalen Ebene des Klimawandels.

Kulturwandel als Schlüssel zum Klimaschutz

Ein zentraler Punkt seines Vortrages war der menschliche Faktor. Laut Adolphi reichen wissenschaftliche Erkenntnisse allein nicht aus, um echten Wandel zu erzeugen. Wir Menschen sind durch unsere Kultur, Ethik und Traditionen tief geprägt. Diese Überzeugungen lassen sich nicht über Nacht ändern.

Wissenschaftliche Lösungen greifen erst dann, wenn sich auch unsere kulturellen Prägungen anpassen. Der Konflikt bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen entsteht oft dort, wo neue Techniken auf alte Gewohnheiten treffen. Daher plädierte der Professor für einen „Kulturwandel durch Mitgestaltung“. Nur wenn wir lernen, unsere Lebensweise schrittweise zu verändern, können wir die dramatischen Folgen unseres bisherigen Handelns abmildern.

Motivation durch kleine Etappenziele

Trotz der ernsten Lage schloss Professor Adolphi mit einem hoffnungsvollen Ausblick. Er begreift nachhaltige Lösungen als Teilschritte. Jedes erreichte Ziel motiviert für den nächsten Schritt und liefert wertvolle Erfahrungen. Sein Rat an die Zuhörer: „Gestalten wir unser nahes Umfeld weniger ressourcenverbrauchend und weniger klimaschädlich.“ Wenn wir diese Erfolgsgeschichten miteinander teilen, kann selbst Utopisches gelingen.

Dialog mit Zukunftspotenzial

Die anschließende Diskussion im Rathaus Grimma blieb erfreulicherweise nicht bei der bloßen Analyse von Problemen stehen. Die Teilnehmer suchten aktiv nach Wegen, die regionale Wirtschaft nachhaltiger aufzustellen. Aufgrund der positiven Resonanz äußerten viele Gäste den Wunsch nach einer Folgeveranstaltung. Ein herzlicher Dank gilt den Organisatoren, die diesen wertvollen Dialog zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft ermöglicht haben. (Regionale Nachhaltigkeit)

Text: Lutz Simmler (Geschäftsführer/Klimawandelmanager)

Prof. Adolphi, Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern, Foto: L. Simmler

C. Kamprad, Geschäftsführer Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V., Foto: L. Simmler

C. Kamprad, Geschäftsführer Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V., Foto: L. Simmler