„Bruchwächter“ am Seidelbruch: roter Riese bewacht den Rochlitzer Berg

Der Geopark Porphyrland präsentiert das erste Geotop des Monats für das Jahr 2022. Im Februar steht eine ganz besondere Felsformation im Rampenlicht: der sogenannte „Bruchwächter“ am Seidelbruch auf dem Rochlitzer Berg.

Beim Anblick dieses monumentalen Naturdenkmals entsteht schnell ein Gefühl der Verwunderung. Es wirkt beinahe so, als hätte jemand diesen gigantischen, freistehenden Porphyrzahn absichtlich als Wache an den Rand des Steinbruchs gestellt. Der Bruchwächter besteht aus dem weltbekannten Rochlitzer Porphyrtuff. Dieses Gestein entstand vor rund 275 Millionen Jahren durch gewaltige Vulkanausbrüche im heutigen Westsachsen. Durch seine markante, kräftig rote Färbung lässt sich das vulkanische Material äußerst leicht identifizieren.

Sächsischer Porphyr prägt Stadtbild

Das rötliche Gestein vom Rochlitzer Berg besitzt eine lange Tradition im sächsischen Bauwesen. Ein aufmerksamer Spaziergang durch die nahegelegene Stadt Leipzig offenbart das edle Material an unzähligen Fassaden. Neben kunstvollem historischem Gebäudeschmuck ziert der rote Stein beispielsweise auch den modernen Eingang der S-Bahn-Station direkt am Leipziger Markt. Das Gestein verbindet somit die Erdgeschichte der Region mit moderner Architektur.

Paradies für Sport und Freizeit

Hier in seiner nordsächsischen Heimat erfüllt der sanfte Riese jedoch eine ganz andere Aufgabe. Mit wachsamem Auge beäugt der Bruchwächter die großen und kleinen Kletterer, die sich im Seidelbruch erproben. Das Areal bietet dank seiner hervorragenden Zugänglichkeit optimale Bedingungen für Klettersportler aller Schwierigkeitsgrade. Mutige Bergsteiger erklimmen sogar den markanten Bruchwächter selbst, um die weite Aussicht zu genießen.

Fotowettbewerb zeigt steinerne Schätze in Sachsen

Dieses beeindruckende Motiv stammt von Marlies und Gunter Aurig, die im perfekten Moment auf den Auslöser drückten. Auf der Geotop-Sonderseite des Geoparks erscheinen regelmäßig die schönsten Aufnahmen aus dem Fotowettbewerb #steinerneorte. Die faszinierenden steinernen Wunder der Region bieten immer wieder neue Anregungen, um spannende Ausflugsziele wie den geschichtsträchtigen Seidelbruch zu erkunden.

Regelmäßig veröffentlichen wir auf unserer Geotop-Seite die Ergebnisse des Fotowettbewerbs #steinerneorte 2021 als Geotop des Monats.

Foto: Marlies und Gunter Aurig

Das Projekt wurde im Rahmen der LEADER-Entwicklungsstrategie für den ländlichen Raum von der Europäischen Union und vom Freistaat Sachsen gefördert.