Quarzit
Der Quarzit von Glossen: Ein sächsischer Schatz aus dem Tertiär
Tief in der nordsächsischen Erde bei Mügeln verbirgt sich ein geologisches Phänomen, das Wissenschaftler und Technikbegeisterte gleichermaßen fasziniert. Der Quarzit von Glossen erzählt uns heute eine Millionen Jahre alte Geschichte von chemischen Prozessen und industrieller Höchstleistung im Geopark Porphyrland.
Die Entstehung einer extremen Gesteinshärte
Dabei beginnt alles in der Tertiärzeit, als sich Kieselsäure in lockeren Sandschichten ausfällte. Durch diese natürliche Zementation entstand der sogenannte Tertiärquarzit, der heute eine beeindruckende Reinheit aufweist. Tatsächlich erreicht sein $SiO_2$-Gehalt oft Werte von über 95 %, was ihn zu einem der hochwertigsten Rohstoffe der Region macht.
In der Lagerstätte lagert das Gestein in mächtigen Bänken von bis zu vier Metern Dicke. Während die Eiszeiten später pleistozänen Lösslehm über das Land trugen, blieb der Quarzit darunter sicher geschützt. Erst im Jahr 1936 begannen die Menschen mit dem systematischen Abbau, um diesen harten Stein für die Wirtschaft nutzbar zu machen.
Vom Steinbruch direkt in die Schwerindustrie
Weil das Material so widerstandsfähig ist, zerkleinerten die Arbeiter es zunächst in einer speziellen Brecheranlage. Danach fand der Glossener Quarzit seinen Weg in die brennenden Schlunde der deutschen Schwerindustrie. Aufgrund seiner enormen Hitzebeständigkeit diente er vor allem als feuerfeste Ausmauerung für Hochöfen. Ohne diese robusten Schutzschichten hätten die Öfen den extremen Temperaturen der Metallschmelze niemals standgehalten.
Ein lebendiges Denkmal der Erdgeschichte
Heutzutage pflegt der Heimatverein Mügeln das Erbe dieses Standorts mit großer Leidenschaft. Besucher können die Verbindung zwischen Geologie und Bergbaugeschichte hautnah erleben und die Spuren der Vergangenheit im Steinbruch verfolgen. Somit bleibt der Quarzit von Glossen ein unverzichtbarer Teil des „steinreichen“ Sachsens.
Textgrundlage: Günther Schwerdtner (Heimatverein Mügeln)
Hintergrund
Der Quarzit von Glossen ist durch Ausfällung von Kieselsäure in tertiären Sandschichten entstanden. Sein SiO2 –Gehalt liegt über 95%. Dieser Tertiärquarzit ist in 1 bis 4 Meter mächtigen Bänken abgelagert und wird von pleistozänem Lösslehm überdeckt. Ein Abbau erfolgte seit 1936. In einer Brecheranlage wurde das Material zerkleinert. Der Quarzit diente zur feuerfesten Ausmauerung von Hochöfen.
Text: Günther Schwerdtner (Heimatverein Mügeln)






